Eine "(Vor-)Entscheidung um den Klassenerhalt" hatte der Hammer SC für diesen Spieltag angekündigt. Schließlich hatte die Mannschaft in der Saison bereits die besser platzierten Störmede und zuletzt (sogar zum zweiten Mal) auch Geseke besiegen können. Sollte also gegen den VSC ein "Dreier" gelingen, würde dessen Vorsprung auf den Relegationsplatz auf einen mageren Zähler zusammensschrumpfen. Zwar hatte der VSC im letzten Spiel - trotz der Ausfälle über Mitte - ebenfalls überzeugen können, doch genau auf dieser Position gab es schon wieder Probleme ...
So musste Lara, die sich bereits hervorragend in der zwei Klassen höheren Bezirksliga bewährt hatte, ebenso krankheitsbedingt passen wie die extra aus ihrer Oldenburger Heimat angereiste Jenny. Gut also, dass Janine an diesem Samstag wieder kein Handballspiel hatte und mit Vicy noch eine zweite Kreisliga-Spielerin auf der Position spielfrei zur Verfügung stand. Die Frage würde somit sein, welche Kombination an diesem Tage gegen einen hochmotivierten Gegner wohl am besten miteinander harmonieren würde und wie der weitgehende Verzicht auf Schnellangriffe ausgeglichen werden könnte.
Im Spiel relativierte sich die Problemlage aber schnell: Mit schlechtem ersten Pass brachte sich der VSC zunächst selbst in die Bredouille. Bis zum 7:8 hatte der Gegner lediglich einen Punkt durch Aufschlagfehler eingebracht, der Rest von 6:8 Punkten ging zu VSC-Lasten! Dann übernahmen die Hammer mehr Initiative und bauten den Vorsprung noch bis zum 15:10 aus. Erst dann meldete sich der VSC mit deutlich verbessertem ersten Pass zurück und entschied diesen Satz dadurch sogar in erster Linie über die Mittelpositionen (9 von 12 eigenen Punkten).
Es gab es also erst einmal keinen Grund für Veränderungen und das sollte der zweite Satz bestätigen. Das Team harmonierte, leistete sich keinen(!) Aufschlagfehler und produzierte im Spiel lediglich sechs eigene Fehler. Die Mitten erspielten in Block und Angriff weiterhin sehr gute 6 von 12 eigenen Punkten - alles prima und auch die Hereinnahme von Lea auf der Außenposition brachte keine Unruhe!
Nun sollte im dritten Satz auch die 13-jährige Vicy eine Chance bekommen. Doch die gesamte Mannschaft gönnte sich offenbar eine Verschnaufpause und zeigte auf einmal zahlreiche Konzentrationsschwächen, die sowohl Gegenpunkte als auch einen verringerten Druck auf den Gegner bedeuteten. Außerdem hatten die Hammer umgestellt und eine über außen wenig erfolgreiche Spielerin (s. Foto) auf Mitte gestellt. Eine Maßnahme, die sich bezahlt machte, denn gerade bei den auftretenden Ungenauigkeiten im VSC-Spiel wirkte sich die körperliche Präsenz in der Mitte nun sehr positiv aus (5 ihrer 6 Punkte). Zwischenstände von 1:9 und 7:18 dokumentieren dann, dass auch die Rückwechsel von Anni und Janine leider nicht sofort die gewünschte Sicherheit zurückbrachten. Erst gegen Ende des Satzes gelangen wieder gute erste Pässe und machten den Satz sogar noch einmal spannend (17:20). Aber es reichte nicht, zwei unnötige Fehler bauten den zu dem Zeitpunkt verunsicherten Gegner wieder auf.
Im vierten Satz zeigten die Hammer Damen auf einmal viele Dinge, die zuvor so gut wie nicht geklappt hatten: knallharte Aufschläge, erfolgreiche Mittelangriffe und den longline-Außenangriff. In Kombination mit der nachlassenden Konzentration leider eine zu große Aufgabe für die VSC-ler. Dennoch galt es, mit dieser neue Qualität zumindest schon einmal umgehen zu lernen, denn ein fünfter Satz ist bekanntlich kurz!
In diesem fünften Satz wollten die VSC-Mädels nun unbedingt den Sieg und ließen sich auch durch den 6:8-Seitenwechsel nicht mehr aus dem Konzept bringen. Eine wieder bombensichere Anka in Annahme und Abwehr sowie eine vorbildlich antreibende Mannschaftskapitänin Cathi führten die Mannschaft so zum 14:12-Matchball. Zweimal etwas Pech verhinderte zunächst den Matchgewinn, aber beim 16:14 war es dann so weit - ein Fünfsatz-Sieg!
Mit diesem Sieg ist der Vorsprung auf den Relegationsplatz auf 5 Punkte angewachsen. Angesichts dessen, dass sowohl Hamm als auch der VSC noch gegen den Ersten und den Letzten antreten müssen, ist ein Abrutschen kaum noch zu befürchten - wenn die Mannschaft bis zum Ende konzentriert bleibt!
