SzeneVicyHelliSarahUrsprünglich hatte der VSC Dortmund eine breit aufgestellte und sehr erfolgreiche Jugendabteilung, aus der dann in der Folge auch viele Spielerinnen in die Damenteams des VSC - und weiter bis in höchste Ligen bei anderen Vereinen - wechselten. Doch die Zeiten haben sich geändert:

  • unsere Kleinsten waren früher in einer Eltern/Kind-Gruppe mit dem Gedanken, dass Kinder erstens natürlich gerne etwas mit ihren Eltern machen und zweitens der Trainingserfolg größer ist, wenn einer von beiden bereits eine gewisse Ballkontrolle mitbringt. Das funktionierte zunächst hervorragend, scheiterte dann aber ein paar Jahre später daran, dass immer mehr Eltern die Zeit für Besorgungen nutzten und die anderen Erwachsenen mehrere Kinder betreuen mussten!
  • Volleyball ist ein Mannschaftssport. Das bedeutet, dass es nicht nur darauf ankommt, dass "genügend" Mitspieler da sind sondern auch auf eine möglichst gleichbleibende Konstellation und Spielstärke! Andernfalls bringt es auf Dauer keinen Erfolg und auch keinen Spaß für die Teilnehmer! Aus diesem Grunde ist eine Mitgliedschaft (und Zusage) für jeweils eine ganze Saison im Mannschaftssport üblich und sinnvoll! Die heutige, gelebte Realität sieht  - egal in welcher Sportart - leider zunehmend anders aus!
  • "Sport verbindet" hat man früher gesagt. Heutzutage würde es wohl "Sport verbindet - in Grenzen und solange sich nichts besseres bietet" heißen müssen. Früher gab es für Veranstaltungen (Turniere, Freizeiten) Monate vorher die verbindlichen entsprechenden Zusagen, heute ist eine verbindliche Zusage schon eine Woche vorher ein Problem! Das bedeutet, dass solche verbindenden Veranstaltungen nicht mehr organisiert werden können!
  • Sport ist Ehrenamt. Die gesamte Sportlandschaft ist auf Ehrenamt aufgebaut, selbst die Fußball-Bundesliga benötigt noch ganz viele Ehrenamtliche für den Ablauf und noch mehr für den Trainingsbetrieb. Wer aber heute im Ehrenamt tätig ist, wird zunehmend damit konfrontiert, dass seine (eigentlich freiwillige) Tätigkeit als Dienstleistung angesehen wird, aus der auch - angeblich "gerechtfertigte" - Forderungen der Teilnehmer entstehen! Die "Belohnung" für die ehrenamtliche Tätigkeit ist somit überwiegend negativ geworden und die Zahl der Freiwilligen nimmt ab!
  • Sportvereine sind eigentlich VEREINigungen von Sportlern, die ihrer Sportart nachgehen wollen. Die dafür notwendigen Formalia müssen natürlich erledigt werden - und das möglichst auf vielen Schultern verteilt, denn jeder will ja eigentlich Sport machen! Auch hier zeigt sich immer weniger Bereitschaft bei den Vereinsmitgliedern, einfachste Aufgaben zu übernehmen! Ein paar Wenige sehen sich dann einer zunehmenden Verwaltungsarbeit (z.B. Hygienekonzepte in der Pandemie, Schutzkonzepte und Vernetzung nach LKinderSchG, Fördergelderbeantragung und -dokumentation, ...) ausgesetzt! 

Die Erkenntnisse für das Jugendtraining beim VSC:

  1. die Fortführung einer Trainingsgruppe von 12-/13-jährigen Mädchen ist für einen kleinen Verein kaum noch realisierbar. Die Fluktuation ist einfach zu groß und wenn die Fortgeschrittenen andauernd mit neuen Anfängern konfrontiert werden, verlieren sie irgendwann die Lust. Nur bei mehreren parallelen Anfängergruppen besteht die Möglichkeit, leistungsgleiche Gruppen über einen längeren Zeitraum zu gewährleisten.
  2. der Verwaltungsaufwand bei hoher Fluktuation ist "nebenbei" kaum zu schaffen. Abgesehen von den Mitgliedsdaten müssen ja auch geeignete Trainer und Hallenzeiten gefunden, Schiedsrichterlehrgänge gebucht, Trikots für Aus- und Rückgabe organisiert, Mannschaftslisten aktuell gehalten, etc. werden.
  3. der gesamte Aufwand hat seinen (steigenden) Preis. Jugendtraining wird in der Regel nur mit niedrigen Mitglieds-Beiträgen belegt und somit von den Erwachsenen mitfinanziert. Je geringer der längerfristige Ertrag an Spielern bei immer größerem Aufwand ist, desto schwieriger wird die Argumentation für die Subvention des Jugendtrainings

Insgesamt ist nach zwei vergeblichen Versuchen die Erkenntnis gereift, dass zwar die Kompetenz und die Bereitschaft für Jugendtraining weiterhin beim VSC vorhanden ist, eine Fortführung allerdings ausgesetzt wird bis eine ausreichende Anzahl an Trainingsteilnehmern für mindestens 12 Monate gefunden werden kann. Wir bitten hierfür um Verständnis!

ABER: Noch vor den Sommerferien ist ein Treffen mit anderen Vereinen geplant, in dem es darum geht, den Jugendvolleyball in Dortmund wieder auf solide Füße zu stellen! Das Ziel wird sein, die Erfordernisse für das Erlernen einer technischen Sportart wie Volleyball mit den gesellschaftlichen Veränderungen so in Einklang zu bringen, dass eine zielgerichtete und aufbauende Trainingsarbeit an mehreren Standorten in Dortmund weiterhin gewährleistet werden kann.